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Vitrine im Osterei-Museum

Johann Ludwig Schneller

Johann Ludwig Schneller

Eine kleine Präsentation im Eingangsbereich des Museums erinnert an den evangelischen Missionar, Lehrer und Waisenvater, Johann Ludwig Schneller. Der am 15. Januar 1820 in Erpfingen Geborene wanderte mit seiner Frau Magdalena Böhringer, 1854 nach Jerusalem aus und gründete dort im Jahr 1860 das so genannte Syrische Waisenhaus. Aufgrund eines Krieges hatten viele syrische Kinder ihre Eltern verloren und lebten in bitterster Armut.

 

Erpfingen

Johann Ludwig Schneller wuchs in Erpfingen in einem pietistisch geprägten Elternhaus auf. Der Pfarrer und der Lehrer des Ortes förderten ihn sehr. 1838 wurde er mit 18 Jahren bereits Lehrer und arbeitete an verschiedenen Schulen in Württemberg. Zuletzt auf Schloss Kaltenstein in Vaihingen/Enz zur Resozialisierung entlassener jugendlicher Strafgefangener. Hier lernte er, ohne es zu ahnen für seine Zukunft, die Leitung und Verantwortung für eine große Anstalt, des Personals, die kaufmännische Leitung sowie die praktische Ausbildung junger Menschen. Seine nächste Tätigkeit war die theoretische Ausbildung junger Handwerkermissionare in St. Chrischona.
Die Pilgermission St. Chrischona bei Basel beauftragte dann Schneller, als Missionar im Nahen Osten zu arbeiten und das Brüderhaus in Jerusalem zu leiten.

Schneller ist einer der Menschen, der durch persönlichen Einsatz und vorbildhaftes Leben als Christ im Alltag zu einem Mittler zwischen verschiedenen Kulturen, Sprachen und Religionen wurde.
Sein Ziel, zwischen der abendländischen und der morgenländischen einen fruchtbaren und dauerhaften Dialog aufzubauen, um mit allen Menschen in Frieden und Toleranz leben zu können, hat er auch an seine Nachfolger bis heute als Ideal weitergegeben.

Seine grundlegende Idee, ganzheitliche Schulerziehung in Verbindung mit einer Berufsausbildung auf religiöser Basis ist ein pädagogisches Ideal.
Schnellers ganze Familie lebte für diese Kinder-Einrichtung. Sein Sohn Theodor und sein Enkel Herrmann übernahmen die Leitung der Schulen zu jeweils ihrer Zeit und durch politische Wirren hindurch.
Während sein Sohn Ludwig von Köln aus fleißig Spenden in Deutschland, der Schweiz und in den USA für die Schulen sammelte.
Das Konzept trug üppige Früchte, und ermöglichte vielen Kindern ein Leben mit Perspektiven und guten Entwicklungschancen, auch wenn es nicht leicht war, und große Schwierigkeiten immer wieder überwunden werden mussten.

Infotafel

Die Schule entwickelte sich auch räumlich so stark, dass sie größer als die Jerusalemer Altstadt und auch größer als der ganze Ort Erpfingen war. Für einen Erpfinger Jungen war dies bestimmt eine erstaunliche Erfahrung.
Zusätzlich baute er ein landwirtschaftliches Gut in der Nähe von Ramle auf. Von dort lieferte er die berühmten Jaffa-Orangen nach Deutschland. Diese Arbeit ergab einen guten Erlös für die Schulen. Ebenso wie die hübschen Andenken der Werkstätten aus Olivenholz für die Touristen.

Heute bestehen diese Folgeschulen: die Johann-Ludwig-Schneller-Schule in Khirbet-Kanafar im Libanon und die Theodor-Schneller-Schule in Amman in Jordanien. Über beide Schulen können Sie sich aktuell bei der ems (Evangelisches Missionswerk in Südwestdeutschland e.V., Stuttgart) informieren, beziehungsweise bei der evs (Evangelischer Verein für die Schneller-Schulen), Auf der Internetseite finden Sie weitere Informationen: www.ems-online.org

Scheller Ausstellung

Um Johann Ludwig Schneller in seinem Heimatort Erpfingen zu Ehren und das Gedenken an ihn lebendig zu bewahren, wurden die Grundschule sowie eine Straße nach ihm benannt. Ein Gedenkstein wurde auf dem Marktplatz errichtet und zwei große Sonderausstellungen im Ostereimuseum gezeigt.
„Mit Ehren ihr eigen Brot essen – Johann Ludwig Schneller, Begründer des Syrischen Waisenhauses in Jersualem“ vom 2. Juni bis 5. November 2002.
Ein Katalog über die Sonderausstellung kann zu einem Sonderpreis erworben werden.
Die zweite Ausstellung hieß „In Würde leben lernen – 150 Jahre Syrisches Waisenhaus und die Schneller-Schulen im Nahen Osten“ vom 13. Juni bis 7. November 2010 in Zusammenarbeit mit dem Landeskirchlichen Archiv, Stuttgart und Dr. Jakob Eisler.

Johann Ludwig Schneller starb am 18. Oktober 1896 in Jerusalem und liegt begraben auf dem protestantischen Friedhof auf dem Berg Zion.

Weiterführende Literatur:

Jakob Eisler, Arno G. Krauß (Hrsg.): Nach Jerusalem müssen wir fahren. Das Reisetagebuch des Pädagogen und Missionars Johann Ludwig Schneller im Herbst 1854; Birsfelden: artemedia, 2002.
Ludwig Schneller: Vater Schneller. Ein Patriarch der Evangelischen Mission im Heiligen Land; Leipzig: H. G. Wallmann, 1898

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